Bloggen hier oder da? Auf die Inhalte kommt es an!?

Bloggen

Bloggen hier oder da? Ein eigenes Blog oder woanders ohne Blog schreiben? Jedes Unternehmen oder jeder Unternehmer, der sich mit dem Bloggen beschäftigt, sollte sich fragen, warum und für wen er schreiben will. Ob es langfristig sein soll oder nur mal eben zu dem oder dem Thema. Was will ich mit meinem Schreiben erreichen?

Als ich 2011 meine Website an den Start brachte, war für mich klar, ich möchte auch ein Blog haben. Mir ist es wichtig, meinen Kunden gute Inhalte und Informationen zu meinen Themen zu bieten, Einblicke in meine Arbeit zu geben und meine Haltung zu bestimmten Themen zu zeigen. Obwohl es mir bestimmt nicht immer leicht fällt, regelmäßig zu schreiben, habe ich es doch bisher gut geschafft.

Da für mich das Schreiben immer echte Arbeit ist, kam für mich nie der Gedanke, ob ich noch auf anderen Kanälen regelmäßig schreibe. Natürlich gab und gibt es gezielt Gastbeiträge auf anderen Blogs, die für mich thematisch passen oder wo ich einfach mit dem Kollegen gern zusammenarbeite. Diese suche ich aber ganz gezielt aus. Anders herum ist es genau so. Ich überlege mir sehr genau, wen ich hier als Gastautor für meine Kunden schreiben lasse.

Bloggen – auf die Inhalte kommt es an!

Bloggen hier oder da

Nein, ich schmeiß jetzt nicht mit Buzzwords um mich wie: es geht um Content Marketing oder die Content Strategie. Aber für mich ist doch entscheidend, was ich hier für Inhalte, Themen aufbereite. Dazu habe ich mir von Beginn an Gedanken gemacht. Auch wenn sich die Themen in den letzten Jahren etwas gewandelt haben, war mir doch immer klar, was ich hier schreiben möchte.

Meine Herangehensweise ist hierbei bisher immer sehr strategisch:

  • Ziel
    • Was möchte ich mit meinem Blog erreichen?
  • Zielgruppe
    • Für wen schreibe ich?
    • Wer soll hier regelmäßig lesen?
  • Inhalt
    • Welche Themen interessieren meine Zielgruppe?
    • Was möchte ich meinen Lesern als Input mitgeben?
    • Für welche Themen möchte ich stehen?
    • Wie möchte ich wahrgenommen werden?

Diese Fragen stelle ich mir immer wieder und überlege mir jeden einzelnen Beitrag, ob er genau so für mich hier reinpasst. Ich bin hier sehr stringent, vielleicht auch, weil mir das Schreiben nicht immer so leicht von der Hand geht. Ich habe halt keinen journalistischen Hintergrund. Durch die Unterstützung toller Kollegen sind meine Artikel im Laufe der Jahre besser geworden. (Haben sie mir jedenfalls zurückgemeldet ;-)) Nein, das regelmäßige Schreiben bewirkt, dass die Artikel besser werden. Und Bloggen hat nun mal ganz viel auch mit Disziplin zu tun.

Strategie hin oder her

Wie ich schon beschrieben habe, ist mir ein strategisches Vorgehen wichtig. Doch ist das immer der richtige Weg? Gerade in letzter Zeit werde ich nachdenklich, ob das der alleinige Weg ist. Oder gibt es neben dem Schwarz und weiß eben noch ein schönes schattiertes Grau?

Eine kleine Geschichte dazu:

Ich habe letzte Woche den Artikel meiner Kollegin Tina Gallinaro „Wenn soziale Netzwerke Schlemmer-Oasen wären“ gelesen. Meine erste Reaktion war, alles richtig und verständlich, aber was will sie damit beim Leser erreichen? Mir fehlte erst ein Fazit. Wir haben dazu telefoniert und ich habe ihr meine Gedanken dazu erzählt. Nach ein paar Tagen schrieb sie dann den Artikel „Kann man ohne eigenes Blog erfolgreich bloggen?“ und ich kam ins Grübeln. Auch dazu habe ich mich mit Tina ausgetauscht. Das Grübeln bleibt…

Muss ich in einem Blog immer relevante Inhalte bieten? Oder kann es manchmal einfach nur eine Meinung sein, ein Statement zu einem Ereignis oder einfach nur ein „Aufschrei“ bzw. ein „Rant“, der raus muss? Hierfür lesen Sie hier ein gutes Beispiel. Manchmal könn(t)en es auch Beiträge sein, womit die Leser dazu anregt werden, die Dinge von einer ganz anderen Perspektive zu betrachten. Also nicht auf die „normale“ Art und Weise wie es sonst zu finden ist sondern einfach mal ein völlig neuer Blickwinkel. Das kann auch eine Bereicherung sein.

Ist also meine stringente Art die Richtige oder gibt es eben noch einen anderen Weg? Ich bleibe dran…

Bloggen hier oder da?

Bloggen

Das eigene Blog ist das Eine. Doch was mache ich, wenn ich nur temporär zu bestimmten Themen schreiben will? Oder was mache ich, wenn ich schnell meine relevante Zielgruppe erreichen will? Ein Blog braucht ja Zeit, um bekannt und wahrgenommen zu werden.

Heute gibt es viele Möglichkeiten, neben dem eigenen Blog Artikel zu platzieren. Fast jedes soziale Netzwerk bietet die Chance, Beiträge zu publizieren. So hatte XING mit ihren XING Themen eine Plattform, wo jeder schreiben konnte. Leider haben sie das wieder eingestellt. Facebook bietet Facebook Notes, LinkedIn hat Pulse, bei Google+ hat so manch einer die Beiträge für ganze Artikel benutzt und Twitter überlegt, die Zeichenanzahl von 140 auf 10.000 zu erhöhen.

Zudem gibt inzwischen offene Publikationsplattformen, in denen Jeder schreiben kann. So gibt es beispielsweise Medium, welches komplett offen ist und jeder zu sehen bekommt. Achten Sie darauf, ob das Umfeld zu Ihnen passt.

Und dann gibt es natürlich noch die Möglichkeit von Gastbeiträgen. Gute Tipps zum Schreiben von Gastbeiträgen gibt es hier bei Lars Hahn. Auch ich habe schon erfolgreiche Gastbeiträge geschrieben. Hier ist es immer wichtig, wie ich Kontakt aufnehme und das es wirklich für beide Seiten echten Input gibt und dem jeweiligen Leser etwas bringt. Hier ist das ganze Thema Blogger Relations wichtig, Klaus Eck hat dazu ausführlich geschrieben. Wobei ich auch erwähnen muss, das Unternehmen sich bei relevanten Blogs oder Magazinen auch einkaufen können mit Sponsored Posts.

Besondere Anlässe – besondere Wege

Auch wenn ich meine Kunden immer zum eigenen Blog beraten würde, gibt es wie bereits erwähnt Situationen, in denen es Sinn macht, woanders zu schreiben. Und auch hier ist die Frage: Bloggen hier oder da?

Ein Kollege erzählte mir, dass er erfolgreich mit einem Unternehmen bei LinkedIn Pulse Beiträge publiziert hat, sich so zu einem Thema eine Reputation aufgebaut hat und dann das Blog auf der eigenen Website installiert hat. So konnte er bereits viele Leser erfolgreich auf die eigene Website ziehen. Was brauche ich also immer? Ein Netzwerk beziehungsweise genügend Leser, die ich mit meinen Themen relevant erreiche.

Der besondere Anlass: Bei meinen Social Media Kursen bei der LVQ treffe ich immer wieder auf Menschen, die nie eine eigene Website oder einen Blog haben werden, die aber im Moment aufgrund ihrer Jobsuche auf sich aufmerksam machen möchten. So sind darunter Akademiker oder Ingenieure, die zu Spezial-Themen sehr guten Input geben können. Hier lohnt es sich beispielsweise bei XING in relevanten Gruppen zu diesen Themen zu schreiben oder auch Fachartikel in Branchenmagazinen zu publizieren. Also wieder geht es darum zu schauen, wo kann ich meine Zielgruppe, hier den passenden Arbeitgeber, erreichen und auf mich aufmerksam machen.

Zu guter Letzt

Manchmal ist es einfach nur schön, wenn Menschen sich Themen von der Seele schreiben. Ohne nach Strategie oder Zielen zu schauen, einfach so. So gibt es ganz wunderbare Blogs oder Artikel zu tollen Reisen oder Restaurants, zum Kochen, zu Freizeittipps oder auch zu eigenen Erlebnissen bis hin zu Erfahrungsberichten und „Tagebüchern“ zu Krankheiten. Einfach nur, um Schönes oder Wichtiges mit der Welt da draußen zu teilen. Auch das ist gut so und macht unsere Welt bunter.

Dieser Artikel ist ein Beitrag zur #Blogparade – Erfolgreich Bloggen ohne eigenes Blog? von Meike Leopold.

Veröffentlicht von

Silke Loers berät Unternehmen zu Vertriebsstrategie online und offline, incl. Social Media, Positionierung und Netzwerken. Auf Grundlage der Unternehmensstrategie entwickelt sie ein Vertriebskonzept und eine wirksame Social Media Strategie. Gemeinsam mit Ihnen hebt sie unentdeckte Potentiale für mehr Umsatz und Bekanntheit. Hier berichtet sie über ihre Erfahrungen aus der Beraterpraxis und gibt Tipps.

7 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo Silke
    Ich denke, jeder Blogger hat so seine eigene Art und Weise, wie er manche Dinge weitergibt. Von den „normalen Beiträgen“ gibt es mittlerweile mehr als genug und manchmal hilft es enorm weiter, die Dinge mal von einer ganz anderen Perspektive zu betrachten 😉
    LG Tina

    • Liebe Tina,
      stimmt vollkommen. Und ganz herzlichen Dank für Deinen Anstoß und Deinen Input. So funktioniert für mich Netzwerken unter Kollegen!!!
      Liebe Grüße
      Silke

  2. Hallo Silke,

    Ich stelle mir für meinen persönlichen Blog auch ab und zu die Frage, ob ich die Strategie die ich definiert habe konsequent umsetze. Nur handelt es sich um eben einen persönlichen Blog, in dem ich auch mal eine Diskussion anregen möchte. Das hatte ich in der Strategie nicht definiert (also so einen „Rant“) 🙂 Bei persönlichen Blogs sehe ich das gelassener und man sollte flexibel sein.

    Bei Unternehmen, die es als Instrument einsetzen sehe ich das jedoch anders. Da geht es um Ressourcen, die für die Erreichung gewisser Ziele eingesetzt werden und am „Ende des Tages“ gerechtfertigt werden müssen. Eine gewisse Flexibilität sollte man beibehalten. Dennoch ist hier eine klare Strategie klar ein Erfolgsfaktor.

    Grüße!

    Maël

    • Hallo Maël,
      vielen Dank für Deinen Kommentar. Flexibilität ist ein schönes Stichwort dazu.
      Trotz aller Ziele, die klar sein müssen, kann es doch auch manchmal etwas Persönliches, Nachdenkliches oder Überraschendes sein. Das macht es doch dann menschlich, denn in Unternehmen arbeiten nun mal Menschen. Danke dafür.
      Grüße zurück
      Silke

  3. Hallo Silke,

    ein schöner Kommentar, der vor allem zum Nachdenken und Reflektieren anregt. Im Grundsatz stimme ich Dir vollkommen zu, ein strategischer Rahmen mit Flexibilität ist eine super Voraussetzung für ein gutes Blog, das durch persönliche Beiträge gewinnt. Sieht man ja auch an deinem Blog :-).

    Danke für den schönen Impuls.

    Liebe Grüße,
    Christian

    • Hallo Christian,

      vielen Dank! Du bist ja nicht ganz „unschuldig“ an meiner Weiterentwicklung. Persönliche Beiträge sind toll, aber immer am Schwersten. Sich öffentlich zu zeigen, seine Meinung „in die Welt“ zu geben fällt nicht jedem leicht, mir auch nicht. …aber ich übe 😉

      Liebe Grüße
      Silke

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