Der Bauch spinnt doch!

Bauch

Ob im Coaching, in Gesprächen mit Freunden und Kollegen oder bei meiner Akquise tauchen immer wieder Situationen auf, wo alles Gesagte gut klingt, aber sich so ein komisches Bauchgefühl einschleicht.

Immer wieder bei Entscheidungen kommt der Bauch ins Spiel. Wir haben alles mit dem Kopf durchdacht, abgewägt und für gut befunden. Plötzlich, sehr hinterlistig meldet sich dann unser Bauch und sagt „Halt!“. Irgendetwas an der Situation stimmt nicht.

Das können ganz verschiedene Gründe sein, die dieses Gefühl in uns auftauchen lassen. Manchmal hat unser Gesprächspartner nur lapidar eine Bemerkung fallen lassen oder im Laufe der Gespräche haben sich einige Umstände verändert.

Ich entscheide in solchen Situationen, wenn mein Bauch sich mit einem unguten Gefühl, welcher Art auch immer, meldet: FINGER WEG! Dann verzichte ich lieber auf eine Zusammenarbeit, ich widme mich anderen Projekten, habe mir einen anderen Job gesucht oder entscheide mich für einen verlässlichen Partner.

Warum mache ich das so? Ich habe erfahren müssen, dass Entscheidungen, die gegen ein ungutes Bauchgefühl getroffen werden, immer in einer Katastrophe welchen Ausmaßes auch immer, enden. Es kommt einfach nichts Gutes dabei heraus.

Viele Unternehmer klagen z.B. über die schlechte Zahlungsmoral von Kunden. Hatten sie nicht in den Vorgesprächen auch ein ungutes Bauchgefühl und haben einfach nicht darauf gehört? Hat man das Verhalten nicht durch irgendwelche Bemerkungen absehen können? Oder kam plötzlich ein Vertrag mit einer komischen Klausel, wie bei meiner Kollegin passiert. Ich meine ja, die Anzeichen waren da. Vielleicht war der Blick durch ein attraktives, vermeintlich lukratives Projekt getrübt oder der Unternehmer hat diese Anzeichen bewußt übersehen, weil er andere Motive im Sinn hatte.

Fakt ist, denn so habe ich es immer wieder erlebt, solche Entscheidungen kosten hinterher viel mehr, ob es nun Geld oder Zeit oder Kraft ist. Sie tun nicht gut.

Was also tun, wenn sich der Bauch meldet? Z.B.

Wenn bei Entscheidungen der Bauch spinnt

  • sich sofort Bedenkzeit nehmen
  • die Situation genau analysieren
  • die Vor- und Nachteile abwägen
  • die Risiken kalkulieren
  • sich bewußt dafür entscheiden und die Risiken in Kauf nehmen
    • manchmal kann es trotz Bauchgefühl eine richtige Entscheidung sein, weil die Umstände so sind
  • das Problem direkt mit dem Gegenüber ansprechen, es versuchen aus dem Weg zu räumen
  • die Finger von dem Projekt, dem Kunden, dem Job… lassen
  • sich schütteln, umdrehen und offen für neue Dinge sein
Für mich gilt auch hier wieder die Formel: „Love it, leave it oder change it!“
Wie halten Sie das? Lassen Sie wirklich das Projekt entgehen? Was kann man in dieser Situation noch machen?
Ich freue mich auf Kommentare und weitere Anregungen.

Veröffentlicht von

Silke Loers berät Unternehmen zu Vertriebsstrategie online und offline, incl. Social Media, Positionierung und Netzwerken. Auf Grundlage der Unternehmensstrategie entwickelt sie ein Vertriebskonzept und eine wirksame Social Media Strategie. Gemeinsam mit Ihnen hebt sie unentdeckte Potentiale für mehr Umsatz und Bekanntheit. Hier berichtet sie über ihre Erfahrungen aus der Beraterpraxis und gibt Tipps.

14 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Liebe Silke,

    mein Baugefühl ist heute mein wichtigster Ratgeber. Das war nicht immer so, es war ein Prozess im Leben, darauf hören zu lernen. Dabei weiß unser Bauch so viel mehr, als wir manchmal glauben.
    Er weiß, welcher Preis unserer Leistung der richtige ist; welche Kunden zu uns passen und welche man lieber ziehen lassen sollte; mit welchen Menschen wir gut arbeiten können; wem wir Vertrauen können. Wenn man immer erst im Nachhinein sagt: „Wusste ich es doch…“ oder „Dachte ich mir schon irgendwie …“, dann ist es an der Zeit, genauer hinzuhören und zwar von vornherein. Deswegen ziehe ich den Bauch meiner Kunden immer zur Rate.
    Danke für diesen Impuls 🙂

    Herzliche Grüße
    Natalie

    • Liebe Natalie,
      danke!
      Ja, wie Du schon schreibst, es ist ein Prozess. Oft müssen wir ja durch mehrere Tiefs gehen, um daraus unsere Lehren zu ziehen. Das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und Intuition ist ganz wichtig.
      Viele Grüße
      Silke

  2. Liebe Silke,
    das Vertrauen in „seinem Bauch“ gewinnen, ist ein langer Weg. Noch ist es in unserer Gesellschaft nicht angekommen, dass gute Gefühle nicht immer nur etwas mit Hobby, Freizeit und …. zu haben ;-), sondern der Auslöser einer nachhaltigen Veränderung und guten Reflektion sind mit dem Ziel zu MEHR-ZEIT für ein selbstbestimmtes Leben!
    Danke für Deinen Beitrag. Es wäre super, wenn es den einen oder anderen zumindest zum Nachdenken bringt und darüber zum Umdenken.
    Herzliche Grüße aus der Pfalz
    Heike

    • Liebe Heike,
      vielen Dank für Antwort.
      Reflektion, vor allem Selbstreflektion sind dabei wirklich ein guter Punkt. Wer es schafft, eine ungute Situation zu analysieren und für sich zu reflektieren, ist auf einem guten Weg, mehr auf sich zu hören, als das, was man vielleicht gesellschaftlich von ihm erwartet.
      Viele Unternehmer denken, sie müssen z.B. Aufträge annehmen, weil es dem Ruf schadet, wenn man etwas ablehnt, aber der Gegenteil ist der Fall. Unternehmer, die ein Standing haben und auf unbefriedigende Situationen verzichten, werden den Erfolg für sich verbuchen können.
      Herzliche Grüße aus dem schönen Hamburg (auch bei Regen)
      Silke

  3. Was für ein schöner Artikel! Es war ein langer Weg, bis ich gelernt habe, auf den Bauch zu hören. Und nach wie vor kämpfen die beiden manchmal miteinander. Faktum ist aber, dass der Bauch immer richtig liegt.

    Herzlichen Gruß
    Huberta Weigl

    • Vielen Dank!
      Der Kampf von Kopf und Bauch ist auch ok, wichtig ist, wem ich Letztenendes vertraue oder wofür ich mich dann bewußt entscheide.
      Viele Grüße
      Silke Loers

  4. Bisher haben nur die Frauen geantwortet, wie halten es Männer damit? Sind Sie rationaler oder vertrauen Sie auch auf ihren Bauch?
    Ich freue mich auf Antworten!

  5. Ein interessantes Thema. Aber ich wollte mich auf mein Bauchgefühl, dass mein Bauchgefühl immer recht hat, nicht so einfach verlassen … 😉
    Wer auch mehr darüber wissen will, wie dieses „Bauchgefühl“ zustande kommt (und ob man damit tatsächlich immer richtig liegt), dem seien folgende Bücher wärmstens empfohlen:
    Bas Kast, Wie der Bauch dem Kopf beim Denken hilft
    Malcolm Gladwell, Blink!: Die Macht des Moments

    • Lieber Heiko,
      guter Tipp, das erste Buch habe ich auch, da scheint dann wohl etwas hängengeblieben zu sein 😉
      Vielen Dank und viele Grüße
      Silke

  6. Pingback: Rückschau Januar: Besuch bei den Blognachbarn - Meine Firma und ich - Meine Firma und ich

  7. Nach Jahren analytischer Kopfarbeit weiß ich, dass Entscheidungen vom Kopf her auch nicht immer richtig sind. Wenn man lernt, achtsam mit seinem Körper umzugehen, erkennt man sehr schnell, dass dieser einem gern mal Signale sendet. Insofern kann ich nur bestätigen, was Sie schreiben. Vielen Dank für diesen Artikel!

  8. Jahrelang habe ich mit dem Kopf entschieden, obwohl der Bauch etwas anderes sagte. Doch schnell stellte sich heraus, dass diese Vorgehensweise nicht immer die Beste war. Ich musste lernen, die Signale meines Bauches zu deuten, um mit ihm zu entscheiden. Es dauerte lange, doch heute verlasse ich mich auf dieses Gefühl. Denn dieses hat mich sicherlich schon vor so manch geschäftlichem Desaster bewahrt 😉

    • Hallo Frank,
      danke, dass sich noch ein Mann zu dem Thema äußert und zugibt, dass er auf seinen Bauch hört. Das lese ich gern. Oft weist der Kopf reale Dinge auf, aber die zwischenmenschlichen Spannungen kann nur der Bauch filtern, er ist hier sehr feinfühlig. Leider haben wir nach der Kindheit verlernt, darauf zu vertrauen und den Gedanken mehr Einfluß gegeben. Nach diesen Erfahrungen lohnt es sich, jetzt zurückzukehren, wie Du ja auch berichtest.
      Viele Grüße
      Silke

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